Qualifizierungen von Stillberater:innen
Der Begriff Stillberater:in ist nicht geschützt!
Dahinter können sich Beratende mit den unterschiedlichsten Grundberufen und Ausbildungsumfängen verbergen.
Geschützt sind die Berufsbezeichnungen IBCLC (s.u.) und LaktationstherapeutIn BDL.
Diese entsprechen der höchsten Qualifikation in der Stillberatung.
Dahinter verbergen sich fast ausschließlich Beratende mit einer medizinisch-therapeutischen Grundausbildung.
Wer kann mir bei meinem Stillproblem mit welcher Berufsausbildung wirklich helfen?
Fragen Sie Ihre jeweilige Stillberatung nach ihrem Grundberuf/Ausbildung und welche Zusatzqualifizierungen in Stillberatung (Laktationsmedizin) erlangt wurden.
Grundsätzlich ist zu empfehlen, dass eine professionelle Stillberatung einen medizinisch-therapeutischen Beruf als Grundlage vorweisen kann, bspw. Hebamme, Pflegeberuf, Ärztin/Arzt, Physiotherapie, Logopädie.
Dazu eine fachlich fundierte Zusatzqualifikation ist die Voraussetzung einer qualifizierten Stillberatung.
Hier eine Übersicht der verschiedenen Ausbildungen, um die Suche nach einer qualifizierten Stillberatung zu erleichtern.
Still-und Laktationsberaterin mit dem Titel *IBCLC
(International Board Certified Lactation Consultant.)
*Das IBLCE ist eine unabhängige Organisation mit Sitz in Virginia, USA)
Dies ist ein international geschützter Titel, der weltweit anerkannt ist. Dieses Examen hat den höchsten Qualitäts-Standard in der Stillberatung.
Um zu diesem internationalen Examen zugelassen zu werden sind folgende Kriterien zu erfüllen:
- Medizinisch-therapeutischer Beruf
- mindestens 90 Zeitstunden Fortbildung in den Bereichen der Laktationsmedizin, praktische Stillberatung sowie öffentlichen Stillförderung.
- mindestens 1.000 Stunden in der direkten Beratung Stillender, innerhalb der letzten 5 Jahre vor der Anmeldung zum Examen.
Nach bestandener Prüfung darf der Titel IBCLC für fünf Jahre verwendet werden. Nach fünf Jahren ist eine Rezertifizierung notwendig. Die Verlängerung des Titels ist an Fortbildungsverpflichtungen (75 Stunden innerhalb von fünf Jahren) gebunden. Um den Titel IBCLC weiter führen zu dürfen, wird alle fünf Jahre eine Überprüfung des Wissenstandes absolviert, anhand der Ergebnisse sind die Themen der folgenden Fortbildungsstunden zu wählen. Mit diesen Auflagen wird eine Beratung auf hohem aktuellen, wissenschaftlichen Niveau gewährleistet.
Anerkannte Ausbildungsinstitute mit langjähriger Erfahrung:
Ausbildungsakademie Stillen & Laktation.www.aak-stillen.de
BFB-Institut für bindungsorientierte Familienbegleitung www.bfb-institut.de
Europäisches Institut für Stillen und Laktation www.stillen-institut.com/de
Fortbildungszentrum Bensberg am Vinzenz Palotti Hospital www.fortbildungszentrum-bensberg.de
BDL - LaktationstherapeutIn (Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen, IBCLC e.V.)
Der Berufsverband engagiert sich seit 1990 für die Still- und Bindungsförderung und die damit einhergehende Gesundheitsvorsorge für Mutter und Kind.
Aktive Mitglieder sind ausschließlich Still- und Laktationsberater:Innen - IBCLC. Sie setzen sich gemeinsam dafür ein, dass das Stillen in unserer Gesellschaft gefördert wird und Unterstützung erfährt.
Der BDL macht sich für ein flächendeckendes Angebot qualifizierter Stillberatungsstellen stark, um junge Familien zu unterstützen.
Durch Vernetzung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit aller betreffenden Berufsgruppen wird das Stillen als gemeinsames Ziel gefördert. Nur die IBCLC´s die in diesem Berufsverband Mitglied sind, dürfen den geschützten Begriff Laktationstherapeut:In nutzen.
Website: www.bdl-stillen.de
Ausbilungsmöglichkeiten
Es gibt die unterschiedlichsten Institutionen mit den verschiedensten Fortbildungen, Seminaren und Ausbildungsinhalten zur Stillberatung. Einige Institutionen setzen eine medizinische Grundausbildung voraus. Daraus erwächst erfahrungsgemäß eine hochqualifizierte und fundierte Beratung auf aktuellen Stand der Forschung, welche ihre Qualifikation regelmäßig überprüfen lassen muss.
Es gibt auch kurze Fortbildungsangebote für Beraterinnen ohne medizinische Grundausbildung, sogenannte Mutter-zu-Mutter-Beratung. Diese Beratung ist für die Still-Vorbereitung und Begleitung in physiologischen Situationen gut geeignet, stößt bei Hindernissen in der Stillbeziehung allerdings rasch an ihre Kompetenzgrenzen und arbeitet dann oft mit IBCLC`s zusammen.
Die Stillspezialist:In
(Ausbildungsakademie Stillen & Laktation)
Voraussetzung ist ein medizinisch-therapeutischer oder sozialer beruflicher Hintergrund. Ziel ist die Vorbereitung auf das IBCLC Examen.
Das Abschlusszertifikat erhält, wer alle sechs Seminare (über 120 Zeitstunden) mit theoretischen und praktischen (in Präsenz) Inhalten absolviert hat sowie seine Fachkompetenz sowohl durch eine Facharbeit wie auch durch eine schriftliche Prüfung unter Beweis gestellt hat.
Zur Erlangung des Titels der Stillspezialist:In gehören noch die Nachweise einer in der Stillberatung relevanten Hospitation (eine Woche/40 Stunden) samt Bericht, sowie die Teilnahme an vier Stillgruppentreffen.
Die gesamte Seminarreihe umfasst damit über 200 Fortbildungsstunden.
Für das Aufrechterhalten der Qualifikation müssen alle fünf Jahre 50 Fach-Fortbildungsstunden zu den Themen Bindung, frühkindliche Entwicklung, und Stillförderung erbracht werden.
Website: www.aak-stillen.de
AFS (Arbeitsgemeinschaft freie Stillgruppen e.V.)
Ehrenamtliche Stillberatung von Mutter zu Mutter.
Voraussetzung: eigene Stillerfahrung, Besuch von Ausbildungskursen an zwei Wochenenden. Der Prüfungsbogen wird innerhalb von 3 Monaten bearbeitet und zur Korrektur eingeschickt.
Zertifikat: ist 2 Jahre gültig und eine Rezertifizierung erfolgt über den Nachweis einer besuchten Fortbildung.
Website: www.afs-stillen.de
La Leche Liga
(Ehrenamtliche Stillberatung von Mutter zu Mutter)
Voraussetzung: eigene Stillerfahrung.
Die Ausbildung dauert rund ein bis zwei Jahre und besteht aus der aktiven Mitarbeit in einer LLL-Stillgruppe vor Ort sowie einem persönlichen Briefwechsel mit einer LLL-Ausbilderin. Die Ausbildung besteht aus folgenden Teilbereichen:
- der monatlichen Mitarbeit in einer LLL-Stillgruppe
- der Teilnahme an LLL-Kommunikationskursen
- der Teilnahme an regionalen und überregionalen Fortbildungstreffen (mindestens einmal jährlich)
- der monatlichen Erarbeitung von Literatur & Reflexion per E-Mail Schriftwechsel mit der LLL-Ausbilderin (rund 2 bis 4 Stunden/Woche)
Website: www.lalecheliga.de
DAIS Deutsches Ausbildungsinstitut Stillen